DAS BIN ICH­čśŐ

Ich heisse Ajete Maliqi, bin im Jahr 1978 geboren und wohne in Rorschach.

 

Meine Motivation, mich auch politisch zu engagieren, hat viel mit meinem Leben und meiner Geschichte zu tun.

 



Geboren und aufgewachsen bin ich in Kamenic├ź, einer Kleinstadt in Kosovo.

1999 bin ich im Alter von 21 Jahren in die Schweiz gekommen. Ich hatte Glück, denn mein Flugzeug war die letzte Passagiermaschine, die Kosovo zur dieser Zeit noch in Richtung Schweiz verlassen konnte. 



Mit meinem Ehemann Afrim Maliqi habe ich hier in Rorschach eine Familie gegr├╝ndet und 2 Kinder, Rion und Viola, grossgezogen.


Die ersten Jahre in der Schweiz waren f├╝r mich nicht einfach, denn es gab nicht nur Sprachbarrieren, sondern auch andere.

Pause in meinem ersten Deutschkurs.

Ich kannte die Sprache nicht, aber auch die Kultur und das ganze gesellschaftliche und politische System war mir fremd.

Die Migration ist ein langer und oft schwieriger Prozess!


Am Anfang in Rorschach war ich voll damit besch├Ąftigt, Deutsch zu lernen und mich in der neuen Umgebung einzuleben.

Und dann kamen schon bald meine Kinder zur Welt und nahmen meine ganze Zeit in Anspruch.

Bezahlbare Kinderbetreuung f├╝r alle gab es anfangs der Zweitausenderjahre nicht hier in Rorschach.

So war es klar, dass ich mit den Kindern zu Hause blieb und mein Mann Afrim arbeitete.

Es dauerte sicher 5 Jahre, bis ich erste Kontakte zu anderen Familien, auch Schweizer Familien, kn├╝pfen konnte. Erst als ich selbstst├Ąndig erste Freunde fand, begann ich mich hier in Rorschach wohlzuf├╝hlen.



Mit der Zeit begann ich, mich in verschiedenen Integrationsprojekten hier in Rorschach zu engagieren.

Angefangen habe ich 2010 als Kulturvermittlerin beim Caritas Frauen-Projekt ,,femmes tische'' und einem Fr├╝hf├Ârderungsprojekt f├╝r Eltern und Kinder im Vorschulalter in der Schule Rorschach.


Auch im weitherum bekannten und mit dem Integrationspreis ,,Enzian'' ausgezeichneten Rorschacher Quartierentwicklungsprojekt ,,Projet urbain'' waren mein Mann Afrim und ich von Anfang an aktiv engagiert.


Als Theaterbegeisterte gelang es mir im Rahmen des ,,Projet urbain'' zusammen mit Beatrice Mock, freischaffende Theaterp├Ądagogin aus Rorschach, 2 Theaterauff├╝hrungen mit Laienschauspieler/innen aus 11 Nationen auf die Beine zu stellen.┬á

Die Theaterst├╝cke ,,Welt in Rorschach'' 1 & 2 waren anl├Ąsslich der Auff├╝hrungen in den Jahren 2015 und 2017 restlos ausverkauft.



Seit 2012 leite ich das Projekt ,,Kinderzeit'', ein Spielnachmittag f├╝r Kinder des Schulkreises Pestalozzi in Rorschach.


Durch mein Engagement f├╝r die Integrationsprojekte in der Stadt Rorschach gewann ich an Selbstsicherheit und lernte auch viele Menschen kennen, denen es in ihrer Migrationsgeschichte ├Ąhnlich ergangen war wie mir. Die vielen neuen Kontakte mit Schweizer/innen und Migrant/innen halfen mir, mich in Rorschach und in der Schweiz heimisch zu f├╝hlen.


Ich stamme aus einer politisch engagierten Familie.

Mit Politik bin ich gross geworden, denn im ehemahligen Jugoslawien war unser ganzes Leben, soweit ich mich erinnern kann, von Politik und politischen Spannungen bestimmt.